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Warum immer weniger Kinder Fußball spielen

Aktualisiert: 5. Aug 2020

Überlegungen zum kicker-Artikel von Bernd Salamon


Am 22.04.2020 erschien auf kicker.de ein online-Artikel (zuvor bereits in der Print-Ausgabe vom 09.03.2020) zur aktuellen Lage des Kinder- und Jugendfußballs. Darin werden einerseits die aktuellen Probleme der kleinen Amateurklubs angesprochen, andererseits aber auch Lösungsansätze vorgestellt. Der Text ist nach wie vor unter folgendem Link einsehbar:


Warum immer weniger Kinder Fußball spielen


Selbst war ich sehr beeindruckt und auch berührt von dem Artikel. Einerseits, weil sicherlich allen Jugendleitern und -trainern, wie auch den Funktionären der kleinen Dorfvereine die darin beschriebenen Problemstellungen bekannt sein dürften. Nachmittagsunterricht, etliche alternative Freizeitangebote, Handy, Playstation, Abi-Stress, Partys am Wochenende, immer weniger Ehrenamtliche aber auch übertriebener Ehrgeiz und Leistungsdenken innerhalb der Vereine sorgen dafür, dass diese ausbluten. Von Jahr zu Jahr werden immer weniger Nachwuchsteams gemeldet, Klubs auf dem Lande sind teilweise froh, zu dritt, viert, fünft oder gar zu sechst gerade noch so eine Altersklasse besetzen zu können. Für die Zukunft verheißen diese Trends nichts Gutes.


Andererseits wäre Sport (wie Musik und Kunst) für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen wichtig und wünschenswert. Fußball trägt nicht nur zu einer gesunden Lebensführung bei, sondern auch zu sozialem Lernen und Gemeinschaft. Hier einige Überlegungen des Alibaba-Ceo Jack Ma, denen man durchaus zustimmen kann:



Bemerkenswert ist der kicker-Artikel allerdings, weil er nicht bei der allseits bekannten Problembeschreibung stehen bleibt, sondern zumindest versucht, Lösungsansätze zu entwickeln. Dass diese schwierig sind und sich nicht von heute auf morgen umsetzen lassen, kommt in der Veröffentlichung auch zum Ausdruck.


Angeregt wird von einigen DFB-Mitarbeitern unter anderem die Überlegung, in Breitensportvereinen einen hauptamtlichen Mitarbeiter einzustellen. Finanziert werden soll dies auch über eine Anpassung der Mitgliedsbeiträge. Der Vollzeitangestellte könnte sich dann verwaltende und organisatorische Aufgaben im Verein kümmern.


Ich kann dieser Anregung nur voll und ganz zustimmen. Beim TSV Seeg-Hopferau-Eisenberg. e. V. haben wir seit fast 10 Jahren eine solche Vollzeitstelle für den Breitenfußball geschaffen, die von mir als hauptamtlichem Mitarbeiter ausgefüllt wird. Nach knapp einer Dekade können wir festhalten: In unserem Falle ist dies finanzierbar und war für unsere Fußball-Abteilung ein Schritt nach vorn. Wir finden wieder mehr ehrenamtliche Trainer, Betreuer und Funktionäre, die sich auf die Unterstützung eines Angestellten verlassen können. Zudem sind wir fast jede Saison in der Lage, als kleiner Dorfverein alle Altersklassen zu besetzen und jährlich 17-21 Mannschaften für den Spielbetrieb zu stellen. Auch wenn viele Dinge nach wie vor noch verbesserungsbedürftig sind, können wir vermutlich dauerhaft für die nächsten Jahrzehnte wohnortnahen Breitenfußball für alle Mitglieder anbieten und ein lebendiges und vielseitiges Vereinsleben gewährleisten. Und ausschließlich darum geht es erst einmal.


Auf diesem Blog und im Buch "Der zufriedene Kindertrainer" berichten wir von unseren Erfahrungen und diesem Weg. Es muss nicht der einzig richtige sein, sicherlich gibt es auch alternative Ansätze, den großen Herausforderungen der nächsten Jahre zu begegnen. Dennoch können wir den beiden DFB-Verbandstrainern Herrn Schönweitz und Herrn Hirte (beide im Text zitiert) zustimmen und als kleines Beispiel dienen, dass dies eben ein möglicher Ansatz sein kann. Wir hoffen, so einen kleinen Beitrag leisten zu können, die kleinen Amateurvereine für die Zukunft besser aufstellen und positionieren zu können. Der Breitenfußball ist wichtig für uns alle und hier sind neue Lösungen dringend erforderlich.


Zum Verfasser:

Tobias Scherbaum ist hauptamtlicher Jugendkoordinator in einem Breitensportverein. In seinem Blog stellt er Überlegungen zur Zukunft des Breitenfußballs im unteren Amateurbereich an und gibt Einblicke in seinen Arbeitsalltag. Im vorangestellten Beitrag zeigt er auf, wie es dem TSV Seeg-Hopferau-Eisenberg (TSV SHE) als kleinem Dorfverein gelingt, einen Vollzeitbeschäftigten zu finanzieren.


Weitere und ausführlichere Infos im Buch und Blog:

"Der zufriedene Kindertrainer "

www.der-zufriedene-kindertrainer.de







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